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Genaikon: Strophe 4

Gottheit

Die vierte Strophe des Genaikon

Ich war der Schatten des erschlagenen Seidenschwanzes
der Abglanz des Blumenkranzes
Verführt meine Augen zu schauen in Ferne
Mein Reigen inmitten gesprenkelter Sterne
Die Neugier treibt mich, gar verzückt, gen Schöpfung hin
Hinter die gemeine Welt, vom Eschatoll zum Anbeginn
Wohlan, zum kindlichen Gefühl

Nimm den fallenden Schnee wieder auf; jede verwehte Flocke
Höre weitab des täglichen Lebens; das kaltende Tönen der Glocke
Der Frost an den Wangen, der Winter im Leib
Auf dass ich die Wünsche in Schneeböen schreib
Weißbedeckt und unberührt
Dass man den Geist des Abschieds spürt
Die Welt umschließt das Leben kühl

Alle Farben machten mich glücklich, sogar grau
Die Leere schwarz, die Sterne weiß, der Winter rau
Die Wolken liegen schwerelos den Wipfeln auf
In Nebelschwaden schlängelt sich der Gipfellauf
Kein Wesensschrei zerreißt die Luft
Die Stille ‘lischt den letzten Duft
Nur unberührte Leinen bleiben

Ich kann nicht verstehen, warum aus dem See
tief begraben nebst Eis und Schnee
Kein Wesen der Tiefe gleich törichten Kindern
versucht mich an meiner Erkundung zu hindern
Ein Feldweg lavierend ins Unterholz führt
Wo Neugierde die Angst berührt
Lebenskraft will Schwarz vertreiben

Und da ist die Schallwand, eine nächtliche Wand
Das Krächzen des Weiß, unterm tiefschwarzen Band
Die Bäume hüllen die Sinne ein
Verstecken die Welt vor Sternenschein
Versunken in Unwissen hinsichtlich Morgen
Hebt er empor die empfindlichen Sorgen
Das Dunkel verschluckt die Person

Ein Faden subtiler Schmerzen
Zieht sich invariant durch die Herzen
Impressionen vergangener Tage
Befallen den Geist mit der zwingenden Frage
Die Zweifel schlingen die dornigen Ranken
Auf dass ihre Kinder an Wahnsinn erkranken
Der Diener verleugnet den Thron

Und dann die schwarze Nacht.
Diese Schwärze war erhaben
Hoffnung lag unter weißem Tag und silbrigem Dasein begraben
Das Schwarz als Basis ewiglich, konstitutiv
Das Weiß als Firnis formgebend, kreativ
Der Widerstreit der Bündnis ist
Vereint im Walde, grau und Trist
Die Göttlichkeit im Angesicht

Komm und lass dich anbeten, komm und lass dich streicheln
Will den Hain betreten, will den Göttern schmeicheln
Und ich ging und lief und irrte zwischen Bäumen hin und her
Die Sinne gingen leicht dahin, der Körper ward mir schwer
Verlockend küsst der Schlaf mein Haupt
So wird mir bald der Tag geraubt
Wenn Treue Neugier widerspricht

Denn wie wir aus Träumen wissen, ist es so schwer
Ein Bedürfnis zu zügeln, das Wollen nach mehr
Die Frage ob ich nach dem Ende noch bleib
Der Himmel umschließt meinen zitternden Leib
Sterne liegen um mich verteilt
So werden Personen von Torheit geheilt
Ich male mir aus was der morgen wohl bringt

Aber es ist noch nicht Schlafenszeit. Die Sonne erreicht
Den Horizont nur unbefreit, wie es mir zum Spott gereicht
Der Wille entrinnt meinen zaudernden Händen
Im düsteren Wald wird die Reise nun enden
Die Welt entzieht sich den Sinnen
Ein Leben kann wieder beginnen
Wenn das Weiß aus der Schwärze entspringt

Ich war der Schatten des erschlagenen Seidenschwanzes
Der Abglanz des Blumenkranzes
Vor mir liegen zwei Wege, beide sind neu und bekannt
Gnade, Gunst und Segen, sie liegen in meiner Hand
Die Entscheidung liegt einzig bei mir
Doch für einen Augenblick bleib' ich hier
Und vielleicht kann ich bald wieder fliegen

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